Filmkritik: „X-Men: Apocalypse“

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Es ist wie verhext: Obwohl Bryan Singers „X-Men“ mit verantwortlich für den aktuellen Superhelden-Hype war und die Reihe bis heute mehr gute als schlechte Filme vorzuweisen hat, wird ein neues Mutanten-Abenteuer nie so sehnsüchtig erwartet wie etwa ein neuer Marvel-Film. Schade – „X-Men: Apocalypse“ kann nämlich „The First Avenger: Civil War“ nicht das Wasser reichen, aber doch sehr gut mithalten.

Apocalypse now

„Apocalypse“ ist zweifelsohne der größte „X-Men“-Film bisher. Kein Wunder, denn schließlich treffen die Helden auf ihren bisher größten Gegner: Der uralte Mutant En Sabah Nur (Oscar Isaac) hält sich nicht bloß für Gott, er hat auch die Macht, um das zu untermauern. Treue Comic-Nerds waren vom Look des Überschurken zunächst wenig begeistert – in frühen Produktionsfotos sah er aus wie eine Spende der „Power Rangers“, doch im fertigen Film sieht die Sache zum Glück schon ganz anders aus. Nur ist eine imposante Figur, die sehr nah an die Optik der Comic-Vorlage herankommt, und von Oscar Isaac mit viel Liebe in Szene gesetzt wird. Vor diesem Schurken kann man sich das ein oder andere mal wirklich fürchten.

Ein Käfig voller Helden

Natürlich ist der Bösewicht nicht der einzige Neuzugang in „X-Men: Apocalypse“. Neben bekannten Gesichtern wie Professor X (James McAvoy), Mystique (Jennifer Lawrence) und Magneto (Michael Fassebender) stellt der Film auch eine ganze Riege an Jung-Mutanten vor. Während Marvel in „Civil War“ immerhin mit großteils bekannten Figuren jonglierte, stand Fox vor der Herausforderung, dem Zuschauer reihenweise neue Charaktere nah zu bringen.

Bis alle sich gefunden haben und es richtig losgehen kann, ist fast die Hälfte des Films rum, aber keine Sorge: Das Zusehen macht riesigen Spaß. Gerade Sophie Turner, bekannt als Sansa Stark aus „Game of Thrones“, macht als Telepathin Jean Grey eine tolle Figur. Dass „Apocalypse“ unter der Last seiner Besetzung nicht zusammenbricht, sondern es tatsächlich schafft, jede dieser Figuren interessant zu gestalten, ist großes Kino im wahrsten Sinne des Wortes.

Würdiger Abschluss

In frühen Kritiken hieß es, der neue „X-Men“ sei durchschnittlich, leblos und effektüberladen. Nichts davon kann ich unterschreiben. Entlang der Haupthandlung, die für das Genre zugegebenermaßen nichts Neues ist, entspinnen sich zahlreiche emotional aufgeladene Nebenhandlungen, die zusammen zu einem sehr runden Gesamtbild beitragen. Dem computergenerierten Weltuntergang im letzten Drittel des Films stehen glaubwürdige, interessante und sympathische Charaktere gegenüber, mit denen man gern mitfiebert.

„X-Men: Apocalypse“ ist nicht nur ein würdiger Abschluss für die zweite Mutanten-Trilogie, er funktioniert auch alleinstehend erstaunlich gut und macht vor allem eins: Lust auf mehr. Dieses „Mehr“ kündigt sich in der obligatorischen Post-Credits-Szene des Films auch schon an. Spoiler gefällig? Gibt’s nach dem Trailer. Alle anderen: Ab ins Kino!

X-MEN APOCALYPSE Trailer German Deutsch (2016)

Offizieller „X-Men 3: Apocalypse“ Trailer Deutsch German 2016 | Abonnieren ➤ http://abo.yt/kc | (OT: X-Men: Apocalypse) Movie #Trailer | Kinostart: 19 Mai 2016 | Filminfos https://KinoCheck.de/film/19j/x-men-apocalypse-2016 Neuester Teil der „X-Men“-Reihe, der zehn Jahre nach dem Vorgänger „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ spielt, 1983. Die Welt hat sich verändert, Mutanten werden in der Gesellschaft nun weitestgehend akzeptiert.

 Die Post-Credits-Szene

Achtung: Spoiler! Nachdem der Abspann des Films gelaufen ist, kehren wir noch einmal zurück in Colonel Strykers Bunkeranlage, die zuvor in einem kurzen Auftritt von Wolverine (Hugh Jackman, wer sonst?) verwüstet wurde. Hier sehen wir einen Mann im Anzug, der eine Blutprobe Wolverines sicherstellt. Sein Aktenkoffer trägt das Logo der Essex Corporation — für Comics-Fans ein klarer Verweis auf den brillanten und skrupellosen Wissenschaftler Nathaniel Essex, der durch Selbstexperimente zum brandgefährlichen Mister Sinister wurde. Es bleibt also spannend in der Welt der X-Men.

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